Israel-Reise:
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
Berlin/Jerusalem. (red). 16. März 2008. Bundeskanzlerin Angela Merkel reist für drei Tage nach Israel. Vor 60 Jahren gründete sich dieser Staat. Vor fast 43 Jahren nahmen Deutschland und Israel diplomatische Beziehungen auf. Mit deutsch-israelischen Regierungskonsultationen beginnen beide Länder ein neues Kapitel ihrer Beziehungen.
Am 14. Mai 1948 gründete sich der Staat Israel. Die Bundeskanzlerin ist die erste Gratulantin im Reigen der hohen Staats- und Regierungsgäste, die zum 60. Gründungsjahr nach Israel reisen werden..
Begleitet wird sie von einer Delegation des Bundestages, der Wirtschaft und der Wissenschaft. Wichtigster Gesprächspartner der Kanzlerin ist Premierminister Ehud Olmert.
Angesichts des Massenmordes an sechs Millionen Juden während der Nazi-Zeit werden es immer besondere Beziehungen zwischen beiden Ländern bleiben. Die ersten deutsch-israelischen Regierungskonsultationen werden diese Beziehungen noch mehr vertiefen.
Regierungskonsultationen gibt es bisher mit Frankreich, Italien, Spanien, Polen und Russland. Israel ist das sechste Land, mit denen sich das Bundeskabinett jährlich konsultiert. Mit dabei in Tel Aviv sind Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, die Minister für Verteidigung, Wirtschaft, Umwelt sowie die Ministerinnen für Familie und Forschung.
Die beiden Regierungen werden am Montag eine Reihe konkreter, gemeinsamer Projekte anschieben, insbesondere in der Forschung und im Umweltbereich.
Aber auch der Nahost-Friedensprozess wird in den Gesprächen diskutiert. Vor einigen Jahren noch undenkbar, weist Israel Deutschland inzwischen eine wichtige Rolle bei der Lösung des Konflikts zu.
Der Besuch steht diesmal ganz im Zeichen des 60. Jahrestages von Israel. Deshalb wird die Bundeskanzlerin auch nicht mit Vertretern der palästinensischen Autonomiebehörde zusammentreffen. Das ist mit den palästinensischen Partnern besprochen.
Verantwortung für die Vergangenheit
Bevor die Konsultationen starten, besucht die Bundeskanzlerin am Sonntag das Grab von Staatsgründer David Ben Gurion. Außerdem ist sie in dem Kibbuz zu Gast, in dem Ben Gurion mit seiner Frau zwei Jahre lang lebte.
David Ben Gurion
Kibbuz Sde Boker
Am Montag legt Merkel einen Kranz in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem nieder.
Gedenkstätte Yad Vashem
Rede vor der Knesset
Höhepunkt der dreitägigen Reise ist die Rede Merkels vor der Knesset, dem israelischen Parlament. Diese Ehre ist eigentlich nur Staatsoberhäuptern vorbehalten. Bislang sprachen nur Bundespräsident Johannes Rau im Jahr 2000 und 2005 sein Nachfolger Horst Köhler vor dem israelischen Parlament. Die Abgeordneten haben auf Initiative der Knesset-Präsidentin extra die entsprechenden Statuten geändert. Die Kanzlerin wird ihre Rede auf deutsch halten.
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