Feuerfestindustrie
Englert: Innovativer Wirtschaftszweig im Norden des Landes
Mainz. (red). 14. April 2008. „Der Norden von Rheinland-Pfalz soll zur Innovationsregion der Branchen Metall & Keramik werden.“ Dieses wirtschaftspolitische Ziel der Landesregierung bekräftigte Wirtschaftsstaatssekretär Siegfried Englert bei einem Besuch des Unternehmens LWB Refractories in Kruft. Hierbei spiele die Feuerfestindustrie eine zentrale Rolle. Die Ausrichtung auf diesen Industriezweig biete für Rheinland-Pfalz die Chance, in relativ kurzer Zeit ein Cluster in einem wachsenden und für den Weltmarkt bedeutenden Segment zu etablieren, erläuterte der Staatssekretär.
Für das Innovationscluster stelle das Land in den kommenden fünf Jahren Fördergelder in Höhe von mehr als zehn Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln zur Verfügung, kündigte Englert an. Hierbei sollen insbesondere die Fördermöglichkeiten des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) genutzt werden, der die Bildung von Clustern und den Aufbau wirtschaftsnaher Infrastruktur verfolge. In Höhr-Grenzhausen soll gemeinsam mit dem Verband der Feuerfest-Industrie (VDFFI) ein Europäisches Zentrum für Feuerfeste Technologien weiterentwickelt werden. Dazu werden der Verband, das verbandseigene Deutsche Institut für Feuerfest und Keramik (DIFK) und die Forschungsgemeinschaft Feuerfest (FGF) e.V. ihren Sitz von Bonn nach Höhr-Grenzhausen verlagern.
Feuerfeste Werkstoffe seien unverzichtbar für alle industriellen Prozesse, die höhere Temperaturen erfordern, so der Wirtschaftsstaatssekretär. „Ohne feuerfeste Werkstoffe lässt sich kein Stahl, kein Aluminium, kein Glas herstellen, aber auch kein Abfall thermisch verwerten.“ Nach internationaler Festlegung handelt es sich bei feuerfesten Erzeugnissen um nichtmetallische keramische Werkstoffe, deren Erweichungspunkt unter Temperatureinwirkung nach genormten Prüfverfahren über 1 500°C liegt. Erweicht der Probekörper über 1 800°C, spricht man von hochfeuerfesten Werkstoffen.
Heute produzieren weltweit rund 2 000 Unternehmen schätzungsweise 22 Millionen Tonnen feuerfeste Werkstoffe. In Deutschland wurden im Jahr 2000 rund 960 000 Tonnen geformte feuerfeste Erzeugnisse und 640 000 Tonnen ungeformte feuerfeste Erzeugnisse in rund 100 Betrieben von circa 7 200 Beschäftigten hergestellt. Der Wert der hergestellten Produkte beziffert sich auf eine Milliarde Euro. 65 Prozent der geformten Erzeugnisse und über 40 Prozent der ungeformten Erzeugnisse werden exportiert.
LWB Refractories GmbH in Kruft ist ein global aufgestellter Feuerfestkonzern. Hauptkunden sind die Stahl- und Zementindustrie. Bei LWB Refractories werden feuer- und säurefeste Produkte hergestellt (Keramik, Innenauskleidung, Stahlöfen oder Drehrohröfen in der Zementindustrie) und vertrieben. Außerdem werden die für die Herstellung der Feuerfestprodukte erforderlichen Rohstoffe Dolomit- und Kalkstein abgebaut. Der Umsatz lag im Jahr 2007 bei rund 370 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigt rund 1 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon rund 550 in Deutschland.
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